knutlange motion control photography

TUNA, Barrandow Studios Prag

Bei den folgenden Beispielen wird vorausgesetzt, dass diese als MILO Motion Control Aufnahmen verstanden werden und in der Regel eine Nachbearbeitung in der Postproduktion erfolgt. Daraus lassen sich selbstverständlich eine Vielzahl von Variationen entwickeln.

Zwillingsaufnahmen. (siehe Filmgalerie "mycare")

Mehrfache Fahraufnahmen von demselben Schauspieler in anderen Positionen kann nur mit Motion Control realisiert werden. Der MILO liefert durch seine hohe Wiederholgenauigkeit die beste Layer Qualität für die Postproduktion. Eine weitere Methode ist das Füllen von Zuschauerrängen oder Flächen, wenn dafür eine begrenzte Anzahl von Personen zur Verfügung steht. Gruppenweise füllen die Komparsen die Freiflächen und werden so oft aufgenommen, bis die Szene gefüllt ist.

Motion Control Stopmotion.

Die Einzelbildaufnahme, ein Klassiker unter den Filmtechniken, findet nach wie vor Anwendung. Automatisch als Zeitrafferaufnahmen oder individuell bei Stoptrickaufnahmen. Mit einer anschließenden Motion Control Realtimefahrt können Livebewegungen hinzugefügt werden. Mit der immer höheren Bildqualität der neuen DLSR Kameras, bekommt die bewegte Einzelbildphotographie neue Impulse. Die in der höchsten Pixelzahl aufgenommenen Einzelbilder können sowohl als  Filmstream Verwendung finden, als auch für die Qualitätsbeurteilung genutzt werden. Zur Archivierung lassen sich die Daten auf langlebiges Filmmaterial belichten.

MILO Kreisfahrten. (siehe Filmgalerie "Tchibo")

Der MILO kann Halbkreise wie ein Plotter abfahren, dabei zeigt die Kamera immer auf einen Punkt in der Mitte des Kreises. Um eine Kreisfahrt mit 360° zu realisieren, müssen zwei MILO Fahrten, sich gegenüberstehend (also Umbau), mit je 180° belichtet werden.

Motion Control bei der Lichtgestaltung.

Das Ausleuchten eines Autos mit einer Kamerafahrt ist in der Regel aufwendig. Oftmals spiegeln sich Scheinwerfer oder andere Objekte in der Karosserie. Mit Motion Control lassen sich mit der Layertechnik hervorragende Beleuchtungsergebnisse erzielen. Die Gesamtfahrt wird in Beleuchtungsstrecken eingeteilt, jeweils störungsfrei beleuchtet und belichtet. In der Nachbearbeitung werden die einzelnen Layer miteinander verbunden. Eine weitere Variante ist das bewegte Licht. Leuchtkörper werden über Motion-Control Technik bewegt und parallel mit dem MILO gesteuert.

Variable Bildfrequenz. 

Mit variablen Bildfrequenzen bei gleichen Fahrtstrecken lassen sich mit Motion Control auch Time Slice Aufnahmen in einfacher Form herstellen. Normale Bewegungen der Darsteller werden mit 24/25 Bildern pro Sekunde aufgenommen. In ihrer Bewegung still stehende Personen werden mit der höchstmöglichen Bildfrequenz abgefahren, (damit wird leichtes Schwanken fast beseitigt).

STEREO-3D Fahrten mit einer Kamera.

Unter Berücksichtigung der S3D Gestaltung werden Kamerafahrten mit dem MILO wie bisher programmiert. In der zweiten Fahrt werden die Stereobasis und die Konvergenz einbezogen. Beide Fahrten werden nacheinander mit der selben Kamera aufgenommen und zusammengefügt.

Skalierung. (siehe Filmgalerie "Apothek")

Eine der höchsten Disziplinen bei Motion Control, sind Aufnahmen mit unterschiedlichen Maßstäben, wie z.B. Modellaufnahmen und darin eingefügten Schauspielern. Die Modellaufnahmen sind zuerst aufzunehmen anschließend die Schauspieler im Maßstab 1:1 im Grün- oder Blaustudio. Um alle Departments zu koordinieren, ist ein VFX-Supervisor erforderlich.

Vertigo Effekt.

Auch Retrozoom oder Posaunenzoom genannt. Zentrale Schienenfahrten vergrößern Objekte. Benutzt man nun parallel zur Schienenfahrt einen Zoom und fährt diesen gegenläufig, so dass das Objekt während der Fahrt immer in gleicher Größe gehalten wird, so entsteht der Vertigo Effekt. Mit dem MILO können solche Fahrten in alle Richtungen ausgeführt werden.(Alfred Hitchcock hat den Vertigo Effekt 1958 in seinem gleichnamigen Film kreiert)  

Motion Control auf zwei Sets.

Bei bestimmten Produktionssituationen, müssen Aufnahmen an getrennten Orten aufgenommen werden, sei es durch Verbote on Location oder der Verfügbarkeit der Schauspieler. Ein klassischer Fall für Motion Control. Hier werden an getrennten Drehtagen, an unterschiedlichen Drehorten die Aufnahmen mit derselben Programmierung abgefahren.

Mehrfachbelichtungen auf Film.

Die Postproduktion in der Kamera. Gerade bei Modellaufnahmen ist die Mehrfachbelichtung für einzufügende Effektbeleuchtung hervorragend geeignet. Jeweils mit unterschiedlichen Belichtungszeiten, Filtervorsätzen und Beleuchtungsarten kann eine ganze Reihe von Nachbearbeitungen in der Kamera direkt ausgeführt werden.

Makro Motion Control.

Makro Motion Control ist eine Spezialtechnik auf der Basis von starren Endoskopen. Sie erlaubt faszinierende Kamerafahrten im extremen Nahbereich. Modelle und Miniaturen oder auch ganz normale Objekte erscheinen in einer neuen Dimension und gewähren überraschende Einblicke.

One Shot Loop. 

Für Messen, Konferenzen und Events ist die mediale Schleifenvorführung für Präsentationen aller Art der Hingucker schlechthin. Mit dem MILO können solche Kamerafahrten in S3D oder HD mit allen Finessen der Motion Control Technik produziert werden. Eine programmierte Fahrt endet am Beginn einer Bewegung. Durch die Loop Einstellung der Vorführgeräte entsteht eine Schleife ohne Schnitt.

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